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Upcycling & Makeover / Jenny / Gut zu wissen

Upcycling – Müll wie neu geboren

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Zugegeben, die Überschrift klingt etwas hart. Genau genommen geht es beim Upcycling aber genau darum: Aus Dingen, die die Menschen nicht mehr benötigen – und häufig wegwerfen – neue Dinge zu schaffen und ihnen somit ein zweites oder drittes Leben zu schenken, eine neue Funktion zu geben.

Upcycling ist jetzt cool

Vor einiger Zeit ist man mit dem Thema nicht so offen umgegangen. Es war eher angesehen, sich schöne neue Dinge zu kaufen und sich damit schick einzurichten. Leute, die im Sperrmüll wühlten, wurden abschätzig beäugt. Das hat sich zum Glück geändert. Mittlerweile möchten viele die Umwelt schonen, Ressourcen sparen und in einer nachhaltigen Anti-Wegwerfgesellschaft leben.

Also werden nicht nur Designer kreativ; Menschen überlegen sich tolle Dinge aus scheinbar unnützen Gegenständen und zusätzlich zum Umweltschutz spart man auch noch Geld.

Downcycling? Noch nie gehört.

Recycling und Upcycling sind Begriffe, die in der Do-It-Yourself-Szene vielfach verwendet werden – oft auch mit gleicher Bedeutung. Es gibt jedoch nicht nur Unterschiede in der Bedeutung, sondern auch eine weitere Abstufung. 

Downcycling: Verfallene Stoffe oder Materialien können nicht mehr in den ursprünglichen Zustand verwertet werden. Beim Downcycling entstehen daher minderwertigere Stoffe. Wird Papier “gedowncyclet”, werden die Papierfasern verkürzt, sodass ein neues, jedoch minderwertiges Papier (Toilettenpapier, Recycling-Drucker-Papier) entsteht. Dieses kann niemals so hochwertig bearbeitet werden, dass es an neu produziertes Papier herankommt. Auch aus manchen Kunststoffprodukten entstehen minderwertige Materialien, weil die wichtigen Inhaltsstoffe beim Downcycling zerstört werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Kunststoff-Arten, die auch unterschiedlich verwertet werden müssen. Nur wenn die jeweiligen Kunststoffe artenrein getrennt würden, ist es möglich, aus diesen auch wieder hochwertige Produkte herzustellen. Werden also PET-Flaschen gesammelt, können diese zu hygienisch einwandfreien Flaschen recyclet werden. Kunststoffe, die gemischt entsorgt werden, sind umso schwieriger recyclebar. Aus diesen “Mischkunststoffen” entstehen dann unter anderem Plastiktüten oder Textilien (Ja, Textilien!).

Recycling: Beim Recycling werden Abfallprodukte wiederverwertet; gerade in Deutschland kennen wir die gelben und blauen Tonnen nur zu gut. Diese Stoffe, werden beim Recyclen wieder zu dem ursprünglichen Zweck – meistens Verpackung – verarbeitet oder auch zu völlig neuen Materialien verwertet z. B. Fleecestoffe aus Plastikflaschen (siehe Downcycling).

Upcycling: Beim Upcyclen entstehen völlig neue oder höherwertigere Materialien oder Produkte. Dieser Prozess ist also für das Selbermachen besonders interessant, da beim Upcycling aus alten, nicht mehr gewollten Gegenständen etwas neues mit einer meist völlig anderen Funktion geschaffen wird.

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Mit wenig fängt es an!

Fragwürdig kann es natürlich sein, wenn einerseits durch Verwertungs-Methoden die Umwelt geschont werden soll, während andererseits viel Energie im Müll-Verwertungsprozess aufgewendet werden muss, was sich wiederum schädlich auf die Umwelt auswirkt. Am nachhaltigsten ist daher unbestritten die Müllvermeidung.

Wenn viele Menschen umdenken und mit kleinen Veränderungen beginnen, können wir gemeinsam einiges bewirken. Angefangen von der Mülltrennung (die ist wichtig, um das meiste aus unserem Müll zu holen) bis hin zu der Verwendung bereits re- und downcycleter Produkte (wie z. B. Toilettenpapier). Wichtig ist es zusätzlich, die umweltschonenden Prozesse in den Alltag einzubauen und Verhaltensweisen zu hinterfragen, z. B. Verpackungsmüll verringern und Produkte mit wenig oder keiner Verpackung zu bevorzugen. So hat sich der Berliner Supermarkt Original Unverpackt die Abfallvermeidung auf die Fahnen geschrieben. Ein tolles Konzept, was zunehmend an Fahrt aufnimmt. Auch in anderen Städten gibt es mittlerweile ähnliche Geschäfte.

Und da es eine Menge kreativer und innovativer Köpfe auf dieser Welt gibt, finden sich in einigen Läden und Online-Shops bereits Produkte, die so entwickelt wurden, dass sie nach Gebrauch ganz einfach recyclet werden können. Ein gutes Beispiel für innovative, nachhaltige Hygieneprodukte, ist die Online-Plattform Hydrophil. Was 2012 mit einem Blog begann, ist zu einem engagierten Unternehmen herangewachsen, das sich unter anderem stark für den gemeinnützigen Verein Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. einsetzt und somit dessen Aktionen für den Zugang zu sauberem Trinkwasser für Menschen in Ländern des globalen Südens unterstützt.

Aber zurück zum Upcycling! Von allen “Cyclings” ist das die für die Maker-Community die kreativste Art, ausgedienten Sachen neues Leben einzuhauchen. In unzähligen Blogs und Foren gibt es die wildesten Ideen und Inspirationen für einen nachhaltigen Umgang mit Müll. Eine der beeindruckendsten Ideen ist der Umbau aussortierter Schiffscontainer in Wohnungen und Büros. Hierbei wird nicht nur ein Müllproblem gelöst – wohin mit den Containern? – sondern es werden enorme Ressourcen (nicht zuletzt die liebe Zeit) eingespart.

muckout = ausmisten

Dass muckout im Deutschen “ausmisten” heißt, weißt du vielleicht schon. Und auch wir sind der Meinung, dass viele Dinge einfach noch nicht ausgedient haben. Warum ihnen nicht auch eine neue Chance und eine neue Funktion geben?

Wo kann man am besten nach tollen Upcycling-Projekten suchen? Klar: auf dem Dachboden, im Keller, bei den Eltern oder bei den Großeltern, auf Flohmärkten und und und. Das dachten wir uns auch und sind überzeugt, dass ausmisten nicht nur die eigene Bude befreit, sondern auch den Kopf. Außerdem, wer freut sich nicht über ein selbstgemachtes und vor allem individuelles Wohn-Schmuckstück!?

Der Klassiker: Die Palette

Paletten-Möbel sind mittlerweile ein langanhaltender Trend. Das wird sich so schnell auch nicht ändern, da Paletten einfach ein cooles Material sind. Robust und simpel zu bearbeiten. Das berühmt-berüchtigte Bett aus Euro-Paletten beispielsweise geht schnell und kostet (fast) nix, je nachdem wo man die Paletten herbekommt. Wir arbeiten hauptsächlich mit Einweg-Paletten, wie der Name schon sagt, werden diese nur einmal verwendet und landen danach auf dem Müll oder im Feuer. Das finden wir doof und haben verschiedene mo-Boxen mit Palettenholz entwickelt, z.B. ein Hängeregal. Es wäre viel zu schade um das schöne Holz, wenn seine Endstation der Ofen wäre.

Dinge, die wirklich jeder zu Hause hat

Praktisch sind natürlich auch die Sachen, die im Haushalt anfallen und sonst weggeworfen werden, wie zum Beispiel leere Flaschen und Dosen. Aus diesen Dingen lässt sich schnell eine individuelle Party-Deko fertigen. Flaschen, Gläser und Dosen bieten sich hervorragend als Vasen oder Windlichter an. Es müssen auch keine echten Blumen sein. Aus Ästen und Krepp- oder Zeitungspapier sind fix dekorative Blumen gebastelt.

Altglas-Upcycling, Flaschen einfach gold ansprühen und als Vasen verwenden

Das Party-Deko-Upcycling-Thema haben wir gleich mal sehr erfolgreich in unserem ersten Bastelcafé umgesetzt.

Upcycling kann eine Kreativitätsübung sein und dich regelrecht packen, so dass du nur noch nach Sachen Ausschau hältst, denen du eine zweite Amtszeit geben darfst. Organisier deinen Schreibtisch mit gepimpten Mandarinenkisten oder fertige ein Terrarium aus einer alten Kaffeekanne! Wir sind jedenfalls stets auf der Suche nach neuen Upcycling-Projekten und wollen dich zugleich damit inspirieren.

Noch lieber lassen wir uns von dir inspirieren! Hast du selbst bereits schöne Projekte umgesetzt? Zeig sie uns entweder auf unserer Facebook-Seite oder bei Instagram unter #nevernotmaking! Wir freuen uns auf deine Ideen!

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