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Silvi / Gut zu wissen

Wie geht eigentlich Siebdruck?

*Werbung/unbezahlt*

Drucken im DIY-Bereich muss sich nicht auf Kartoffeldruck oder Stempel beschränken. Wer Papier, Karton, Holz oder Textilien professionell in Serie bedrucken möchte, kann das relativ unaufwendig selbst machen: mit Siebdruck. Wir erklären, wie es geht.

Siebdruck ist deshalb so effektiv, weil mit geringen Investitionsosten größere Stückzahlen produziert werden können. Es ist auch nicht sonderlich schwer zu erlernen – A und O sind wie so oft die richtigen Materialien und ein wenig Übung.

Das Grundprinzip von Siebdruck

Das Druckprinzip selbst ist im Grunde recht simpel: Mithilfe einer Rakel wird Farbe durch ein sogenanntes Sieb gedrückt – ein mit Gewebe bespannter Rahmen. Auf dem Sieb befindet sich eine Schablone, wodurch die Farbe nur durch die offenen Stellen auf den Untergrund gedruckt wird.

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© Harry Wad/Wikimedia

Das Schema zeigt A: Farbe, B: Rakel, C: offene Stellen im Sieb, D: mit Fotoschicht beschichtetes Gewebe; E: Siebdruckrahmen; F: fertiger Druck

Dabei muss man sich nicht auf eine Farbe beschränken, mehrfarbige Motive sind durchaus möglich, indem jede Farbe eine eigene Schablone bekommt. Die verschiedenen Farbschichten werden dann nacheinander von hell nach dunkel übereinander gedruckt.

Auch wenn die Drucktechnik schon seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert vor allem im Plakat- und Schilderdruck breitere Anwendung fand, ist sie durch die Pop Art und da allen voran durch Andy Warhol erst so richtig populär geworden. Wer kennt nicht die Banane, die Tomatensuppen-Dose oder die Portraits von Popkultur-Ikonen wie Marilyn Monroe und Che Guevara?

Es gibt unterschiedliche Gewebearten, die sich für die verschiedenen Druckvorhaben eignen. Druckt man auf Textilien, ist die Farbe etwas zäher und man braucht ein etwas gröberes Sieb. Soll dagegen ein feines Raster mit Acrylfarbe auf Papier gedruckt werden, braucht es ein feineres Sieb.

Beschichtung und Belichtung

Die Schablone wird fotografisch auf das Sieb gebracht, wozu es den Einsatz einiger Chemikalien, sogenannter Siebchemie, braucht. Das funktioniert so:

1. Das Motiv wird spiegelverkehrt mit schwarzer Farbe mit dem Tintenstrahl- oder Laserdrucker auf eine Folie gedruckt. Hier gibt es schon die erste Fehlerquelle: die schwarze Farbe deckt nicht richtig. Idealerweise ist der Ausdruck komplett lichtundurchlässig. Das Ergebnis heißt dann Belichtungsfilm.

2. Das Sieb wird mit sogenanntem Entfetter gesäubert, damit sich keine Fingerabdrücke und kein Staub in dem feinmaschigen Gewebe ablagern.

3. Jetzt wird mithilfe einer Beschichtungsrinne die Foto- oder auch Kopierschicht aufgetragen. Da das eine lichtempfindliche Flüssigkeit ist, kann sie nur unter Gelblicht verarbeitet werden. Normales Licht würde die Schicht vorzeitig belichten und unbrauchbar machen.

Sieb beschichten - SiebdruckSiebdruck - Belichtungsemulsion

4. Wenn diese Kopierschicht vollständig durchgetrocknet ist (dauert mehrere Stunden und muss unter Gelblicht oder in Dunkelheit passieren), kann sie belichtet werden. Dazu legt man den Belichtungsfilm auf die Außenseite des Siebs und belichtet es mit UV-Licht oder Halogen-Strahlern.

Sieb belichten - Siebdruck

5. Jetzt kann das Sieb mit Wasser ausgewaschen werden. Die Fotoschicht ist durch den Belichtungsvorgang an den Stellen ausgehärtet, die nicht durch das Motiv abgedeckt waren. Das heißt, dass die Gewebemaschen dort verschlossen wurden und später keine Farbe durchdringt. Die Stellen, die durch das Motiv verdeckt waren, sind dagegen nicht ausgehärtet und die Fotoschicht lässt sich dort einfach aus dem Sieb ausspülen. Danach wird das Sieb noch einmal nachbelichtet, um es widerstandsfähiger zu machen – dann ist es fertig.

Sieb auswaschen - Siebdruck

Jetzt kann gedruckt werden, was das Zeug hält. Wenn vermieden wird, dass die Farbe im Sieb eintrocknet, kann man es einlagern und über einen langen Zeitraum als Druckvorlage verwenden.

Siebdruck - rakeln - drucken

Um das Sieb zu „löschen“, also die Fotoschicht samt Schablone zu entfernen, braucht man dann wieder etwas Chemie und einen Hochdruckreiniger, damit wirklich alle Schichtreste aus dem Sieb verschwinden, bevor man ein neues Motiv aufbringt.

Siebdruck it is

Im DIY-Bereich ist Siebdruck also die erste Wahl, wenn kleine Auflagen in Serie produziert werden sollen. Und gerade im Textildruck ist Siebdruck durch den hohen Farbauftrag, die Widerstandsfähigkeit der Druckfarben und die Flexibilität das beste Verfahren.

Ich selbst probiere gerade aus, wie ich meine Stick-Leidenschaft mit Siebdruck verbinden kann. Funktioniert super und ich mache auf jeden Fall damit weiter!

Wir danken den Kollegen von Siebdruck-Versand.de für die tollen Fotos, wirklich der beste Onlinehandel für Siebdruckzubehör.

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