Menu
Silvi / Leben & Arbeiten / Zu Besuch bei...

Zu Besuch bei Madeva Holzliebe

*Werbung/unbezahlt*

Madeva ist Fotografie auf Holz und liebevolle Wohnaccessoires. Alles ist handgemacht und jedes Stück ein Unikat. Die Person dahinter ist Eva. Und bei der mache ich heute einen Werkstattbesuch.

Mit Instagram ist das so eine Sache. Man liegt mit Kaffee im Bett und wischt sich durch die inspirierenden Bilder anderer Selbermacher. Meistens ist das zwar alles ganz nett aber auch voll weit weg und über die ganze Welt verstreut. Aber manchmal hat man Glück und findet schöne Dinge von Leuten, die voll in der Nähe sind! So wie mit Madeva. Beim #-Durchstöbern kamen mir ihre tollen Ast-Scheiben unter und ich war neugierig genug, um mir ihre Website anzusehen. Nur um dann froh festzustellen, dass ihre Werkstatt in Berlin ist. Die musste ich kennenlernen! Gedacht, gemailt. Klar dürfe ich sie besuchen. Yay.

Werkstatt-Besuch in Berlin

 

muckout-diy-madeva

Ihre Werkstatt ist Teil von KAOS Berlin und liegt direkt an der Spree. Und wenn das Wetter schön sei, würden wir auf der Terrasse sitzen, hat sie mir versprochen. Das Wetter war superschön! Das KAOS auch.

muckout-diy-madeva-3
Die ganze Anlage hat regelrecht Kreativität geatmet und als Eva mich durch die Räumlichkeiten geführt hat, war einfach alles spannend. Man will direkt loslegen und irgendwas bauen oder gestalten.

muckout-diy-madeva-1
In der Gemeinschaftsküche geht es zu wie in einer riesigen WG, jeder tüdelt irgendwie für sich, aber alle unterhalten sich gut gelaunt und natürlich ist der Abwasch eines der vorherrschenden Themen. Mit Kaffee und Muffins verziehen wir uns auf die Terrasse zum Quatschen.

muckout-diy-madeva-7
Bist du Berlinerin?
Nee. Ich bin ein Mischling. Ich bin in Bayern geboren und in Norddeutschland groß geworden. Seit fünf Jahren bin ich in Berlin.

Warum bist du hergekommen?
Weil ich neu anfangen wollte. Ich habe in Marburg studiert und das ist ja eher so eine kleine überschaubare Stadt. Nach dem Studium bin ich nach Barcelona gegangen und hab mich dann so an eine Großstadt gewöhnt und fand das ganz gut. Als ich zurückgekehrt bin, wollte ich auch wieder in einer Großstadt leben und da gab es eigentlich nur Hamburg oder Berlin. Hamburg war mir zu teuer. Also, da bin ich!

Seit wann gibt es Madeva?
Seit 2013.

Warum heißt es Madeva? Die verrückte Eva?
Nein, nicht die Mad Eva. Das ist die Zusammensetzung aus Madera und Eva. Madera heißt Holz auf Spanisch. Ich habe spanische Wurzeln und bin der spanischen Sprache sehr verbunden.

muckout-diy-madeva-2
Was bedeutet Madeva für dich?
Mein Leben! (Lacht). Nee, naja. Die Erfüllung meines Berufswunsches.

Hast du irgendwas in der Richtung gelernt oder studiert?
Nee Quatsch. Ich hab Germanistik und Grafik/Malerei studiert. Ich wollte aber eigentlich Tischlerin werden. Ich hab mich damals aber ehrlich gesagt nicht getraut. Ich bin auf dem Dorf groß geworden und die Vorstellung, in der Tischlerei zu stehen inmitten vieler Männer, die das Wort Feminismus noch nie gehört haben, war einfach undenkbar. Beziehungsweise war ich damals auch viel zu schüchtern und unselbstbewusst, dass ich mich da gar nicht hätte durchsetzen können.

muckout-diy-madeva-5
Meine Idealvorstellung war damals eigentlich, zuerst eine Tischler-Lehre zu machen und dann Innenarchitektur zu studieren, um dann alles selbst zu entwerfen und bauen zu können. Das kam ja dann doch anders. Also hab ich mich dazu entschieden, zu studieren. Für Grafik/Malerei hab ich damals auch ‘ne Mappe gemacht und das war dann irgendwie noch ein netter Ausgleich, so ein bisschen was Künstlerisches. Aber eben nichts Weltbewegendes.

Ja, und dann bin ich nach meinem Auslandsaufenthalt irgendwie in einen Beruf reingerutscht – in die Öffentlichkeitsarbeit. Ich wurde quasi von Job zu Job gereicht und bin durch Empfehlungen immer relativ schnell an neue Jobs gekommen. Naja, und dann bin ich in Berlin angekommen und hatte den schlimmsten Job meines Lebens, den ich direkt nach einer Woche wieder hingeschmissen hab. Danach hab ich mir die Stadt erst mal in Ruhe angeguckt und bin hier wirklich angekommen. Ich hab dann relativ schnell einen andere Stelle in einer PR-Agentur bekommen.

 

Madeva ist aber schon ein Vollzeitprojekt?
Ja, und das war es auch von Anfang an. Ich war damals nicht so glücklich in meinem Job. Ich bin einfach kein Agentur-Mädchen und möchte nicht den ganzen Tag vor dem Computer sitzen. Für mich war ganz schlimm und frustrierend, dass ich nicht anfassen konnte, was ich da arbeite.

muckout-diy-madeva-11
Ich hab schon immer gewerkelt und gebastelt, ich bin eher so ein kleines Dreck-Mädchen. Ich hab mich damals bei meiner Mutti ausgekotzt. Die hat mir dann ordentlich den Kopf gewaschen, dass ich aufhören solle zu jammern und was ändern müsse. Das hab ich dann auch gemacht.

muckout-diy-madeva-10
Und dann kam Madeva?
Ja, so ungefähr. Ich hatte da mal einen Tischler in Kreuzberg angequatscht. Ich stand vor seinem Atelier und der hat so tolle Möbel gemacht, also bin ich rein und meinte: Hey, ich will mich selbstständig machen, ich brauch irgendwie Tipps. Nachdem ich gekündigt hatte, hab ich den wieder angeschrieben und bin auf ein Bier vorbeigefahren. Wir saßen in seiner Tischlerei und ich hab ihm ganz viel Fragen gestellt und dann meinte ich so, ob er was weiß, wo ich mit arbeiten kann. Ich brauchte halt ‘ne Werkstatt und so. Und da meinte er, ich solle gleich da bleiben. Und da hab ich dann die ersten anderthalb Jahre verbracht. Ich hab super viel gelernt in der Zeit, aber letzten Endes, hat schon jeder eher seins gemacht. Ich hatte leider keinerlei Austausch, weswegen ich mich auch irgendwann allein gefühlt hab. Da hatte ich schon dran zu knabbern. Ich habe immer die beneidet, die zu zweit gründen und gemeinsam an einer Idee arbeiten, so wie ihr.

muckout-diy-madeva-13
Ich war deswegen auch total satt von Berlin und hab – schon wieder – meiner Mutter in den Ohren gelegen. Ich zieh auf ‘ne Berghütte! Und so Quatsch. Sie weiß, dass da bei mir immer auch ein bisschen Wahrheit drinsteckt und hat versucht, mir Hamburg schmackhaft zu machen. Sie wohnt da nämlich auch. Naja, und dann wollte ich nach Hamburg gehen. Aber dann hab ich Kaos gefunden.

muckout-diy-madeva-12
Also klar, hier mach ich immer noch alles komplett alleine, aber hier bist du halt in einem total kreativen Netzwerk. Ich kann meine Ideen hier jemanden zeigen und das interessiert die Leute. Das war vorher nicht so. Ich musste vorher in der Tischlerei auch ganz viel von Zuhause arbeiten, weil ich da nur ganz wenig Platz hatte. Meine Wohnung sah so schlimm aus! Ich wollte Leben und Arbeiten unbedingt voneinander trennen. Hier hab ich jetzt halt alles. Hier hab ich mein Büro, meine handwerklichen Sachen und ein super inspirierendes Umfeld und total nette Leute.

Was war zuerst da: das Holz oder die Fotografie?
Holz. Von Anfang an. Es war immer klar, dass es Holz ist und das mit der Fotografie war eine Schnapsidee. Bzw. hab ich einen Künstler am Maybach-Ufer gesehen, der Fotografie auf Holz belichtet. Der Florian Weiss ist sozusagen Schuld daran, dass ich mich selbstständig gemacht habe. Die Kombination von Foto und Holz fand ich total spannend. Dann war ich mit ‘nem Kumpel was trinken und der meinte dann, ich solle mal die und die Technik probieren. Dann hab ich halt ein Jahr lang rumgetüftelt bis ich so meine Technik hatte, mit der ich zufrieden war.

muckout-diy-madeva-15
Ich hab schon eine Leidenschaft für Fotografie, aber dann Analog-Fotografie. Für meine Arbeiten nehm’ ich aber digitale Bilder.

muckout-diy-madeva-18
Wie würdest du deine Produktpalette beschreiben?
Ich sag immer Wohnaccessoires, Möbel und Schmuck. Die Motive kommen im Großen und Ganzen von mir. Man kann mir aber auch Fotos schicken, die ich dann wie gewünscht aufs Holz bringe. Dieses Jahr hatte ich zum Beispiel eine tolle Anfrage für ein Hochzeits-Gästebuch aus Holz.

muckout-diy-madeva-14
Wo bekommst du dein Holz her?
Die Ast-Scheiben kommen vom Förster und sonstiges Holz aus dem Baumarkt. Ich hab so vier Material-Dealer, von denen ich noch die besonderen Dinge bekomme, wie alte Holzkisten und so. Ich bin aber schon jemand, der gerne sucht auf Flohmärkten, beim Spermüll oder eben fünf Stunden bei Ebay Kleinanzeigen.

muckout-diy-madeva-16
Wo findest du deine Inspiration?
Im Schlaf. Ich träume das alles. Manchmal lieg ich nachts stundenlang wach und arbeite im Kopf die ganze Zeit weiter. Ich bin eher so ein hibbeliger Mensch, wie ein Flummi und immer am Rödeln. Ich komm sehr schwer zur Ruhe. Ja, und die Nacht ist das, wo mein Körper runterfährt, aber mein Gehirn dann ganz in Ruhe weitermacht. In Gedanken geh ich die Räume durch oder mein Material…

muckout-diy-madeva-8
Nach unserem Interview haben wir immer weiter gequatscht. So lange, dass ich die Zeit vergessen und meinen Zug verpasst habe. Also bin ich einfach noch eine Stunde länger geblieben bin. Weil es so schön war! Wir haben noch ein bisschen über dieses und jenes geredet, Ideen ausgetauscht und ich hab vor allem ihren tollen Arbeitsplatz beneidet. Wenn alles klappt, komm ich aber wieder. Nämlich zusammen mit Jenny und als muckout zum Oberschönen Weihnachtskaos am 10. und 11. Dezember. Und ihr kommt hoffentlich auch alle!

muckout-diy-madeva-19

No Comments

    Leave a Reply

    Loading...