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Sticken / Mirka

How to: Sticken lernen: Die Grundlagen

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Sticken lernen ist nicht schwer. Das Wichtigste ist die Lust auf das neue Hobby – für alles andere sorgen wir. Denn aus Erfahrung können wir sagen: Keine Expert:innen sind bis jetzt vom Himmel gefallen. Was waren wir einst überwältigt von der Auswahl an Garnen, Stoffen, Nadeln und Zubehör. Wo anfangen? Genau deswegen haben wir uns an einen Guide gesetzt, der Dir ein bisschen Orientierung beim Sticken lernen verschaffen soll. Danach weißt Du nicht nur, welches Material Du für welche Art von Stickerei benötigst, sondern bist bestimmt auch um den einen oder anderen Trick reicher.  

Die Ausrüstung

Die Grundausstattung beim Sticken variiert je nachdem, was Du sticken möchtest. Wir wollen es nicht zu kompliziert machen und beschränken uns erstmal nur auf zwei unterschiedliche Stickarten: Der Kreuzstich ist besonders gut für Anfänger geeignet und wird auf sogenannten Zählstoffen erlernt (siehe Abschnitt „Stoff“). Dabei stickt man mit dem immer gleichen Stich ein Muster nach, das in einem Raster dargestellt wird.

Kreuzstich-Stick-Set “Folklore Küken” natur, für Anfänger geeignet

Im Gegensatz dazu ist die Freihandstickerei nicht an ein Raster oder einen bestimmten Stich gebunden, sondern Du hast hier die Möglichkeit, frei nach Schnauze die unterschiedlichsten Stiche auf den verschiedensten Untergründen zu kombinieren.

Stick-Set “Schnecke”, für Anfänger geeignet | Handsticken

Schau doch mal in unsrem Einführungstext in wichtige Grundstiche vorbei:

Stickrahmen

Stickrahmen brauchst Du eigentlich nur für die Freihandstickerei – wenngleich sie sich auch super als dekorative Rahmen für Dein fertiges Kreuzstichprojekt machen. Im Stickrahmen kann der Stickuntergrund so aufgespannt werden, dass ein gleichmäßiges Sticken einfacher wird. Und genau das nimmt Dir beim Kreuzstich der vorgezählte Stickgrund ab. 

Es gibt die Stickrahmen in den unterschiedlichsten Formen und Größen, oft sind sie jedoch rund. Sie bestehen aus zwei gut ineinander passenden Holz- oder Kunststoffringen, wobei der äußere Ring meistens mit einer Metallschraube versehen ist, mit der Du den eingespannten Stoff richtig schön straff- und festzurren kannst. Achte hier auf Qualität, denn es gibt viele Billig-Varianten. Die sehen nicht nur unschön aus, sondern erfüllen durch nicht exakt passende Ringe ihren Zweck nicht oder ruinieren dank splitternder Oberflächen Deine Stickerei oder sogar Deine Hände. Autsch. 

Sticknadeln

Nadel ist nicht gleich Nadel. Auch hier gibt es unterschiedliche Größen und Beschaffenheiten. So gibt es spezielle Sticknadeln, die im Unterschied zu Nähnadeln etwas kürzer sind und ein größeres und längeres Nadelöhr haben. Das schützt das Garn vor Beschädigungen und man kann auch dickere Fäden gut verarbeiten. Perfekt ist, wenn die Sticknadeln passend zu Stoff und verwendetem Garn verwendet werden. So gibt es zum Beispiel Nadeln mit oder ohne Spitze. Die abgerundeten Nadeln nimmst Du für grobe Gewebe wie Leinen oder Zählstoffe beim Kreuzstich. Für die Freihandstickerei und feinere Arbeiten brauchst Du eine spitze Nadel, die gut und zielsicher durch den Stoff kommt. 

Die Größenangaben variieren je nach ihrer Stärke. So gibt es Sticknadeln in den Größen von 14 bis 28. Je höher die Nummer ist, desto feiner und dünner ist die Nadel – und je dünner der Stoff und je feiner die Stickerei ist, desto dünner sollte auch die Nadel sein. Wenn Du Dir unsicher bist, gilt wie so oft beim Sticken lernen: Probier es einfach aus! Das Garn sollte sich ohne Widerstände gut durch das Nadelöhr ziehen lassen. Beim Kreuzstich muss die Nadel durch das vorgegebene Loch passen, ohne es zu sehr auszudehnen. Gleiches gilt für die Freihandstickerei: Solange die Nadel keine bleibenden Löcher in das Gewebe sticht, passt die Größe und Du kannst auch fast schon loslegen.

Dies und das

Fast, denn für den guten Start legst Du Dir am besten noch ein paar wenige Dinge bereit. Eine Fädchenschere ist unverzichtbar, damit Du Dein Stickgarn (siehe Abschnitt „Garn“) zuschneiden kannst. Sinnvoll ist auch ein kleiner Behälter, um die Fadenreste aufzubewahren, die sich sonst gerne in der ganzen Wohnung verteilen. Ein altes Marmeladenglas oder ein kleines Schälchen funktionieren perfekt als Sammelstelle. Wenn Du in Zukunft öfter sticken wirst – und wir gehen fest davon aus, dass Du genauso Feuer fangen wirst  wie wir –, lohnt sich die Investition in eine Stoffschere. Die ist meistens sehr groß, so dass auch breit liegende Stoffe schnell und präzise zugeschnitten werden können. Tu Dir dann aber unbedingt den Gefallen, niemals Papier damit zu schneiden, denn das macht die Schere sehr schnell stumpf. 

Wenn Du freihändig stickst, brauchst Du noch Textilstifte oder weiche Bleistifte, mit denen Du die Motive auf den Stoff übertragen kannst. Textilstifte haben den Vorteil, dass sie entweder nach einer Weile von selbst verblassen oder sie wasserlöslich sind und nach einer kurzen Dusche im Wasser-Sprühnebel verschwinden. Es gibt sie sowohl für dunkle als auch für helle Stoffe. Bleistifte funktionieren auch prima, aber da besteht die Gefahr, dass die Striche noch sichtbar sind, wenn nicht ganz präzise gearbeitet wird. Und das wäre doch schade.

Unsere absolut liebste Methode, um Motive auf Stoff zu übertragen ist der hitzeempfindliche Frixion von Pilot. Der liegt super in der Hand und funktioniert wie ein ganz normaler Kugelschreiber, nur mit dem Unterschied, dass er bei Hitze verschwindet. Wenn du also fertig bist, kannst du den Stoff einfach bügeln oder föhnen und die Linien verschwinden.

Das Material

Es gibt – Überraschung – eine große Auswahl an Stoffen und Garnen, die sich zum Sticken eignen. Grundsätzlich kannst Du alles besticken, durch das Du eine Nadel piksen kannst. Genauso kannst Du jedes Garn benutzen, das sich in ein Nadelöhr einfädeln lässt. Aber wir wollen hier ja keine Experimente machen, sondern Dir schnell zu einem Erfolgserlebnis verhelfen. Deswegen konzentrieren wir uns wieder auf das, was sich zum Einstieg am besten eignet.

Der Stickuntergrund

Beim Sticken denkt man automatisch an weiche Stoffe als Untergrund. Dabei kann das sogar auch Karton sein. Gerade für Kinderhände und blutige Anfänger ist vorgestanzte Pappe eine tolle Option, um ein Gefühl für die Bewegungsabläufe zu bekommen – und ein super schönes Lesezeichen für die beste Omi ist so ganz easy hergestellt. 

Schau doch mal in diesen Artikel, wenn du mehr über das Sticken auf Pappe erfahren möchtest.

Wie schon erwähnt eignen sich für den Kreuzstich besonders Zählstoffe gut, allen voran der sogenannte Aida-Stoff. Er ist sehr regelmäßig gewebt und hat gut sichtbare Löcher – ideal für Newbies. Es gibt ihn in verschiedenen Farben und Größen, wobei die Zahl der Stiche pro Zentimeter angegeben wird. Eine gute Größe sind z.B. 5 Stiche/cm. Das ergibt sofort ein schönes Stickbild und sieht trotzdem nicht nach grobem Erstlingswerk aus. Je niedriger die Zahl ist, desto gröber ist der Stoff und desto größer wird später Dein Motiv erscheinen.

Es gibt aber auch noch andere Zählstoffe wie zum Beispiel Stickleinen oder Hardangerstoff. Auch diese Materialien sind sehr regelmäßig, allerdings nicht so fest und griffig wie Aida-Stoffe, weswegen das eher etwas für Kreuzstich-Geübte ist. Wenn Du im Kreuzstich auf normalen Baumwollstoff oder auf ein T-Shirt sticken willst, wird das durch sogenannte Zählhilfen möglich. Das ist wie ein Aida-Gitter aus flexibler Kunstfaser, das Du auf dem Ausgangsstoff feststeckst. Nachdem Du mit Deinem Projekt fertig bist, kannst Du die Zählhilfe entweder ganz leicht hinausziehen oder unter Wasser halten, wo es sich auflöst.

Freihandstickerei machst Du am besten auf einem Baumwollstoff, den Du in einen Stickrahmen spannst. Es gibt ihn wild gemustert, dezent geblümt, klassisch kariert oder schlicht gestreift: am einfachsten lernst Du Sticken aber auf einem einfarbigen, hellen Untergrund. Natürlich kannst Du auch Fleece, Wollfilz oder Wollstoffe besticken, aber diese Materialien verziehen sich schnell. Für diesen Zweck gibt es Einlagen, die Du unter die Stickerei legen kannst und die den Stickgrund stabilisieren. Auch das ist wieder eher etwas für die Geübteren unter euch, weswegen Du Dir erstmal nur zu merken brauchst: Aida für Kreuzstich, Baumwolle für freihändiges Sticken.

Das richtige Stickgarn

Wie sollte es auch anders sein, auch in Sachen Stickgarn gibt es eine riesige Auswahl für die verschiedensten Sticktechniken. Perlgarn oder Satin-Garn, Mattstickgarn aus Baumwolle oder Tapisseriewolle: alles hat seinen Zweck. Für unseren aber reicht der sogenannte Sticktwist völlig aus. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er aus sechs verdrehten Einzelfäden besteht, die sich leicht voneinander lösen lassen. So kannst Du das Garn ganz leicht Deinem Projekt anpassen. Für ein Motiv auf einem 5 Stiche/cm-Aida-Stoff benutzt Du zum Beispiel nur 3 der sechs Fäden. Praktisch, denn so kommst Du doppelt so lange mit Deinem Garn hin. 

Finde eine schöne Auswahl an verschiedenen Stickgarnen bei uns im Shop!

Den Sticktwist kommt in sogenannten Docken von meistens 8 oder 10 Metern Länge. Es gibt ihn in den vielfältigsten, schönsten Farben und von ganz unterschiedlichen Herstellern. Auch hier raten wir gerne, auf billige Großpackungen zu verzichten. Die eigenen sich zwar gut zum Verbasteln, aber bei Stickprojekten ist es total doof, wenn die Fäden schnell Knoten bilden, nicht gleichmäßig verdreht sind und Schlaufen bilden, nach einer Weile ausbleichen, auf den Stoff abfärben oder zwischendrin einfach so abreißen – leider alles schon passiert.

Die Docken sind nur lose Gebinde und wenn Du viele davon hast, neigen sie nach einer Weile zu etwas, das wir Fadensalat nennen. Deswegen gibt es praktische Aufbewahrungshilfen, mit denen Du vorbeugen kannst. DIY-mäßig machen sich zum Beispiel Wäscheklammern gut, um die Du das Garn wickeln kannst. Es gibt aber auch extra Plastik- oder Pappkärtchen, mit denen sich der Sticktwist übersichtlich organisieren lässt. Denn Ordnung ist bekanntlich das halbe Leben – auch wenn wir uns zugegebenermaßen manchmal für die andere Hälfte entscheiden, wenn wir gerade im Bastel- oder Stickwahn sind. 😉

Schau doch auch einmal bei Anne vorbei, die hat immer super Tipps für Einsteiger!

So weit, so gut. Jetzt bist Du bestens mit reichlich Knowhow ausgerüstet und kannst sofort starten, Dir Dein Material für das erste Projekt zusammen zu suchen. Sticken lernen ist ganz einfach, versprochen! Natürlich lassen wir Dich auch damit nicht alleine, schau doch zum Beispiel mal auf unserem YouTube-Kanal vorbei. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Schau dir hier das Einführungsvideo zum Kreuzstich an:

Hier kannst du dir die Vorlagen herunterladen, die wir im Video gezeigt haben:

Mit der hello-Vorlage haben wir bereits ein DIY umgesetzt:

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