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Marlene / Gut zu wissen

Foto-Hintergrund DIY: So werden deine Blog-Fotos zum Hingucker

Ein Blog braucht schöne Fotos. Ob Fashion-, Food- oder DIY-Blog, jedes geschriebene Wort erhält mit einer Illustration einen Mehrwert. Doch nicht nur für den Blog oder den Instagram-Account lohnen sich professionell anmutende Fotos. Auch für deinen DaWanda-Shop oder für eine ebay-Aktion lohnt sich der kleine Mehraufwand.  Heute gebe ich dir einen Einblick hinter die Kulissen und verrate dir, mit welchen einfachen Tipps und Tricks du deine Fotos professionell in Szene setzen kannst.

Aber ich hab doch kein Equipment!

Lass dich nicht von vermeintlich mangelndem Equipment davon abhalten deinen Blog oder Instagram-Feed mit schönen Bildern zu befüllen. Du musst nicht unbedingt eine teure Spiegelreflexkamera besitzen, um schöne Fotos machen zu können, denn auch die Smartphones sind heutzutage mit hochauflösenden Kameras ausgestattet. Aber egal, ob du mit dem Handy fotografierst oder eine „richtige“ Kamera benutzt, achte immer darauf, dass deine Bilder gut ausgeleuchtet sind. Gerade die Smartphone-Kameras verschlucken bei nicht optimalen Lichtverhältnissen gern ein paar Bildinformationen und erhalten ein unschönes „Rauschen“. Solltest du kein Lichtequipment besitzen, dann verlagere deine Foto-Location am besten ans Fenster und nutze das Tageslicht. Das schränkt ein wenig in der Zeitplanung ein, ein nächtliches Fotoshooting ist so eher unmöglich, jedoch ist es in jedem Fall eine sehr günstige und platzsparende Variante. Aber: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Achte darauf, dass deine Objekte (oder du) keine harten Schatten werfen. Wie bei jeder Kamera solltest du scharf stellen (also einmal auf den Screen tippen) und versuchen beim Fotgrafieren nicht zu atmen wackeln. Und ganz wichtig: Nicht zoomen, nutze den „natürlichen“ Zoom, indem du einfach näher heran gehst. Das Handy besitzt keinen optischen Zoom, sondern vergrößert lediglich den Bildausschnitt. Die Qualität deines Fotos leidet sehr darunter.

Der richtige Hintergrund für das perfekte Bild

Da die Sache mit dem Equipment nun geklärt ist, fehlt zu einem professionellen Foto jetzt nur noch der passende Hinter- bzw. Untergrund. Das Objekt der Begierde soll ja schließlich im Mittelpunkt stehen. Hässliche Wandfliesen oder das chaotische Bücherregal im Hintergrund würden da nur ablenken. Die großen und bekannten Blogger und Instagrammer scheinen eine sehr abwechslungsreich möblierte Wohnung zu haben, werden die zu fotografierenden Objekte doch auf einem Sammelsurium der unterschiedlichsten Materialien drapiert. Ein edler Tisch aus dunklem Holz hier, eine Wand mit abgeplatzter Farbe da. Und jeder Blogger, der was auf sich hält, nennt offensichtlich einen großen, weißen Schreibtisch sein Eigen, auf dem sich die verschiedensten Objekte herrlich neutral ablichten lassen. Denkste. Blogger greifen hier natürlich in die Trickkiste. Ich tue das jetzt auch und zeige dir wie es geht:

Mit relativ einfachen Mitteln habe ich mir sechs Fotohintergründe gebastelt. Mit ein bisschen Glück hast du/deine Eltern/Nachbarn/Freunde noch Holz oder Farb- und Tapetenreste im Keller, die zu keinem kompletten Wandanstrich mehr ausreichen. Ich hatte das leider nicht und habe deshalb einen Nachmittag lang im Baumarkt gestöbert und mir alle Materialen für meine Hinter- bzw. Untergründe zusammengesucht. Hintergründe, die neutral genug sind, als das sie für die meisten meiner Motive passen und die ich gut miteinander kombinieren kann.

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Zunächst habe ich mir als Basis für die Hintergründe drei HDF-Platten (MDF-Platten sind mitteldichte Holzplatten, HDF sind hoch verdichtet) in DIN A1 für je 2,10 EUR gekauft. Zu Beginn hatte ich etwas dickere und ziemlich schwere Spanplatten aus der Restpostenabteilung auf den Warenkorb verfrachtet, habe mich dann aber doch um entschieden, als ich die HDF-Platten entdeckte. Die sind so viel leichter, trotz ihrer Größe von 59,4cm x 84,1cm sehr handlich und lassen sich bei Nichtbenutzung gut hinter der Tür verstauen.

Um möglichst viel aus den Platten herauszuholen, habe ich die Vorder- und Rückseite mit verschiedenen Materialen versehen. Als erstes fiel meine Wahl auf das klassische Weiß. Da ich meine Hintergründe auch so miteinander kombinieren möchte, sodass eine Platte als Unter- und die andere als Hintergrund dient, habe ich zwei Seiten (unterschiedlicher Platten natürlich) mit weißer Farbe gestrichen, um eine rein weiße „Box“ bauen zu können. Hierfür habe ich ein 5l-Eimerchen weißer Farbe besorgt und mit Hilfe einer kleinen Farbrolle in zwei Schichten auf die Platten aufgetragen. Eine dritte Seite habe ich ebenfalls zunächst mit weiß grundiert und anschließend das restliche Weiß im Töpfchen mit schwarzer Abtönfarbe vermischt. Auf diese Weise entstand Hintergrund Nummer 3: eine graue Betonwand-Optik. Während die Farbe langsam trocknete, ging ich mit einem Schleifschwamm über die Oberfläche und brachte ein wenig Textur rein.

Hintergrund 4 ist das klassische Schwarz mit einem kleinen Kniff. Ich habe nicht nur einfache schwarze Farbe auf die Platte aufgebracht, sondern schwarze Tafelfarbe. Auf diese Weise kann ich meine Bilder zusätzlich mit Kreidezeichnungen oder Schriftzügen verzieren. Eine weitere Möglichkeit meine neuen Handlettering-Skills einzusetzen. (wobei ich hierbei bemerkt habe, dass Kreide Next-Level-Sh** ist)

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Holz ist als Bildhintergrund gerade ganz groß. Natürlich darf auch das in meiner Sammlung nicht fehlen. Nach gefühlten Stunden vor dem Tapetenregal des Baumarktes (es gab sooo unfassbar viele schöne Tapeten) entschied ich mich für eine Vliestapete in weißer Bretteroptik mit abgesplitterter Farbe. Da mir das Geklecker mit Tapetenkleister zu aufwendig war, habe ich auf Sprühkleber zurückgegriffen, um die Tapete anzubringen. Ein Unterfangen, was wohl am besten zu zweit funktioniert. Auf ebendiese Art und Weise brachte ich/wir auch Hintergrund Nummer 6, eine Folie in edler Holzoptik, auf die Platte. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass die Folie/Tapete gleichmäßig aufgebracht wird, da sonst unschöne Blasen entstehen, die auf den Fotos sichtbar werden. Die Illusion einer echten Holzplatte ist dann natürlich passé. Sehr gut geht das im Übrigen mit einer Rakel, die mein Mann nach einigen Jahren als Ausstatter in der Werbung und sehr, sehr vielen angebrachten Folien sein Eigen nennt. Überstehende Folie kann vorsichtig mit einem Cuttermesser entlang der Kante abgetrennt werden. Aber Vorsicht: Unbedingt eine Unterlage benutzen. Unser Esstisch weiß warum…

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Fertig! Du hast deine Kamera. Du hast Tageslicht. Und die Hintergründe sind auch getrocknet und stehen bereit für das Shooting. Endlich kann fotografiert werden.

Licht, Kamera, Action!

Doch wie setzt man das zu fotografierende Objekt bzw. die Objekte am besten in Szene? Geht es um die reine Präsentation eines Produktes ist wohl die weiße „Box“ die beste Wahl. Das Produkt steht im Mittelpunkt, weder Dekorationen noch andere sogenannte Props werden benötigt. Stellen wir uns vor, ich würde Kollege Froschkönig gern auf ebay verkaufen wollen, käme er in der natürlich ausgeleuchteten, weißen Fotobox wohl besser zur Geltung, als auf meinem Boden im Lampenlicht. Im Foto in der Mitte seht ihr meinen Aufbau direkt am Fenster. Die Rückwand wird ganz einfach durch eine Stuhllehne gehalten. Auf diese Weise können alle möglichen Produkte, beispielweise für deinen dawanda-Shop, abgelichtet werden.

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The Magic of Flat Lay

Ein Flat Lay hast du mit Sicherheit schon mehrmals gesehen. Halb Instagram besteht aus den aus der Vogelperspektive geschossenen Bildern, die eine Ansammlung von Gegenständen zeigen. Manchmal steht ein Objekt besonders im Mittelpunkt (das wäre dann das „hero piece“), weitere Gegenstände liegen unterstützend drumherum. Alle zusammen erschaffen eine bestimmte Atmosphäre, sollen eine Geschichte erzählen. Möchtest du als Modeblogger beispielsweise einen Bikini in Szene setzen, kannst du dem „Stillleben“ noch andere Gegenstände die bestenfalls farblich und thematisch zum Strand-Motto passen hinzufügen und damit eine einheitliche, sommerliche Stimmung kreieren. Auf ähnliche Weise habe ich im Übrigen einige Klamotten für eine Kleidertausch-Plattform fotografiert. Die Fotos wurden abgelehnt, weil “man keine kopierten Bilder aus dem Internet benutzen darf”. Ich hab das mal als Kompliment gesehen.

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Mit den verschiedenen Untergründen sind alle möglichen Szenarien denkbar. Sei kreativ und schau dich in deinen eigenen vier Wänden nach „Props“ um, die dem Bild noch mehr Leben und (deine) Persönlichkeit geben können. So habe ich also alle Dinge herausgekramt, die irgendetwas mit Reisen zu tun haben und sie auf meinem neuen, edlen Holzuntergrund drapiert.

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Für ein anderes Flat Lay habe ich Materialen gemixt und auf meinen harten „Betonboden“ eine kuschelig weiche Decke drapiert.

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Neben den Storyteller-Flat Lays gibt es auch die eher ästhetisch daherkommen und dabei fast schon Kunst sind. Sie erzählen nicht minder eine Story, haben jedoch einen eher cleaneren Look. Möchtest du eher minimalistisch, weil das zu deinem Stil passt, nutze eine Schnur, um die geraden Linien exakt hinzubekommen oder verlass dich auf dein Augenmaß. Magst du es eher chaotisch, spiel Mikado mit den Gegenständen. Drapier sie kreuz und quer auf dem Untergrund und “erzähle” wie für dich dein perfekter Sonntag aussieht.

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Jetzt bist du dran. Auf in den Baumarkt oder auf den Dachboden und losgeDIYt. Lass dich auf Instagram und Pinterest von abermillionen Flat Lays inspirieren und zeig uns auf Instagram mit dem Hashtag #nevernotmaking deine Ergebnisse.

1 Comment

  • Avatar
    Sunnivah
    24. Februar 2017 at 13:15

    Dankeschön für die Tipps und gute Bebilderung des Themas!!

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